Glauben leben

Der 3. Grundvollzug der Kirche: Nächstenliebe

fusswaschungEin dritter Grundvollzug der Kirche oder kirchlichen Handelns ist die Diakonia, der Dienst am Notleidenden, am Nächsten, oftmals auch als „Geschwisterdienst“ bezeichnet. Für Jesus ist dieser Dienst am Nächsten unmittelbar mit dem Bekenntnis zu ihm selbst, gar mit seiner Person verbunden. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40b). Immer wieder wird im Neuen Testament auf die konkreten Anforderungen der Diakonie hingewiesen. Im Matthäus-Evangelium wird an der Stelle, wo Jesus vom „Weltgericht“ spricht, gar der Dienst am Nächsten zum Auswahlkriterium dafür, wer von Gott gesegnet sein wird und gerettet werden wird: Hungernden zu essen geben, Dürstenden zu trinken geben, Obdachlose aufnehmen, Kranke und Gefangene besuchen, Nackte bekleiden sind die Forderungen an die Menschen (vgl. Mt 25, 41-46).

Jesus selbst zeigt in seiner Botschaft und in seinem Handeln, dass das Reich Gottes über alle sozialen Schranken hinweg allen Menschen gilt. Er wendet sich in besonderer Weise denen zu, die als Außenseiter gelten, den Kranken und Armen, den Schwachen und Sündern. Auffallend ist, dass die Verkündigung des Reiches Gottes durch Jesus nicht nur auf die Zukunft ausgerichtet ist, sondern schon im „irdischen Leben“ Raum greifen soll. So sind die Krankenheilungen und „Wunder“ als Zeichen des Reiches Gottes zu verstehen. Jesus selbst zeigt in der Fußwaschung (Joh 13, 1-20), dass für ihn die Tätigkeit, die eigentlich Sklaven zugedacht war, zentrales Element der Nachfolge ist. Dienst am Nächsten wird so geradezu zum Erkennungszeichen für Christen.

Neben dem „Apostolat“, also der Sendung zur Verkündigung des Evangeliums hat die Kirche schon sehr früh das Amt des Diakons (vgl. Apg 6) eingeführt, das wie alle Ämter durch Gebet und Handauflegung übertragen wurde (Apg 6, 6).

Die Kirche versucht diese Forderungen mit ihren Hilfswerken wie z. B. Caritas nachzukommen. Zum Grundauftrag der Diakonie gehört aber auch die Seelsorge in Kindergärten, Jugendarbeit, Nachbarschaftshilfe, Altenarbeit, Besuchsdienste und Hospizarbeit (Begleitung Sterbender).  Vieles geschieht dabei in den Gemeinden und wird von Menschen in ehrenamtlicher Arbeit im Auftrag der Gemeinde getan.

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Wer ist ein praktizierender Katholik?

Wer ist eine praktizierende Christin? Gewöhnlich beurteilen wir die Leute, ob sie an der Sonntagsmesse teilnehmen. Das ist aber sehr einseitig gedacht. Für uns Christinnen und Christen gibt es vier Wesensmerkmale:

  1. den Glauben lernen
  2. den Glauben feiern
  3. den Glauben leben
  4. Gemeinschaft bilden

Wenn jemand, das, was er vom christlichen Glauben verstanden hat, in die Tat umsetzt, dann hat er/sie schon etwas sehr Wesentliches vom Christentum verstanden. Unsere Glaubenszeugnis ist für viele das „Fünfte Evangelium“. Viele kenen die vier Evangelien nicht gut, aber sie sehen am Lebenszeugnis anderer, was Christensein bedeuten soll.

Bespiele, wie wir den Glauben leben können:

  • Sich eines älteren Menschen mit Geduld und Lieben annehmen
  • Mit lästigen Leuten Geduld haben
  • Für andere ein Opfer bringen
  • Für andere beten
  • Sich in einem Verein engagieren, mehr…